Wasserfälle und Vulkane

Tag 4

Nach dem im Nachhinein betrachtet besten Frühstück der Reise (Frisch gebackenes Brot, Selbstgemachte Marmelade, Obst, Gemüse und Aufschnitt frisch aufgelegt) fahren wir durch das Farmland nach Südost zur Ringstraße. Der folgen wir bis zur 261, auf die wir abbiegen. Es geht kilometerweit an einem Steilhang entlang, aus dem hunderte Wasserfälle austreten.

Einer der schönsten davon ist der Gluggafoss, kurz bevor die Straße zur Schotterpiste wird. Wir fahren weiter. Wollen einen Blick auf den Eyjafjöllajökull werfen, vielleicht, je nachdem wie wir durchkommen, bis zu einer der auf der Karte verzeichneten Furten vor Thörsmörk fahren. Der Vulkan, den viele hier als größtes Verkehrshindernis 2010 kennen, versteckt sich in Wolken. Die erste Furt ist keine mehr. Die Piste führt jetzt über einen Damm. Wir bekommen ein wenig ein Gefühl von Zeitdruck und drehen um.

Weiter geht’s zu Seljalandsfoss und Skogafoss, mitten am Tag und in der Hauptsaison völlig überlaufene Touristenattraktionen. Die empfindlichen Hangwiesen neben den Fällen ausgelatscht von tausenden Trekkingschuhen, für deren Träger Absperrseile oft nur informativen Charakter haben.

Ein paar Kilometer weiter biegen wir zu einer Gletscherzunge ab. Ein Spazierweg führt vom Containerdorf am Parkplatz zum schwarzen Eis.

Später stapfen wir über den schwarzen Strand von Reynisfjara, beobachten Papageientaucher am Dyrholaey (hinterm Leuchtturm gibt es ein Klo), posieren vor dem Wrack der DC-3. Hier sind wir, abends um halb 10, endlich mal für eine Stunde allein. Und das bedeutet wirklich und vollständig eingetaucht in eine surreale, unwirtliche, seltsam stille Welt.

Tag 5

 

Blick auf Vulkanlamdschaft
Wo bitte geht’s nach Mittelerde?

Das Wetter ist gut. Also wagen wir die Fahrt zu den Lakikratern. Bei der sehr malerischen Schlucht Fjaðrárgljúfur zweigt die Piste ab. Wir treffen immer wieder auf andere Fahrzeuge, vor allem an den Furten, finden uns aber immer wieder ganz allein auf weiter Flur.

Die Landschaft wechselt von Wiesen zu Geröll zu Lava, Asche, Kies und so weiter, die Piste ist mal holprig, mal Waschbrett, mal butterweich. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto schlechter wird das Wetter. Die letzte Furt liegt im Nationalpark. Ranger kontrollieren, ob die Fahrzeuge zur Querung geeignet sind und geben Tipps. Es regnet Bindfäden. Am Kratersee setzt der Regen aus. Der Weg von der Aussichtsplattform hinunter ist gesperrt. Weiter geht es durch eine schwarze Aschewelt, immer weiter hinauf. Kurz vor dem Parkplatz sehen wir, dass der Aussichtspunkt, zu dem wir wandern wollten, in Wolken liegt. Der Regen wird nasser. Wir fahren zurück. Unterwegs sehen wir frisch gefallenen Schnee auf der Piste.

Unsere Herberge heute ist das Hvoll Guesthouse an der 201. Eine völlig überteuerte Jugendherberge voller Bustouristen. Aber es gab seit Januar weit und breit nichts anderes mehr. Die Aussicht ist toll, es liegt umgeben von Wollgraswiesen ein gutes Stück von der Ringstraße weg.

Schubert

Autor: Schubert

blickt schon aus beruflichen Gründen aus einer ungewöhnlichen Perspektive und mit einer gewissen Distanz auf die vorbei ziehende Welt.

Kommentar verfassen