Peter und die Ameisen

von Peter Städtler

Abflugrampe
Es ist jetzt ein gutes Jahr her, seit ich hier in mein kleines Zimmer mit offener Küchenzeile und winzigem, durch eine Tür getrenntem Bad eingezogen bin. Es hängt wie ein kleines Schwalbennest an einem älteren Haus an einem Hang nahe dem Wald. Meine Fenster liegen in Höhe der Baumkronen, die mir im heißen Sommer wohltuend Schatten spenden.

Ich fühle mich hier recht wohl, auch wenn ich immer wieder Besuch von hier am Wald und in den Baumwipfeln lebenden Mitbewohnern bekomme.
So konnte ich letzten Sommer den regen Flugverkehr in der Einflugschneise eines Hornissennestes im Dachstuhl über mir, die direkt an meinem Balkon vorbei führte, sehr ausgiebig studieren. „Peter und die Ameisen“ weiterlesen

Kringel im Meer

Neulich habe ich sie gefunden. Die Strudel, Kringel, Wirbel, die ein befreundeter Blogger hier beschrieben hat. Natürlich ist sein Bild viel schöner. Er hatte ja eine Kamera – ich nur ein 3G, das wirklich miserable Bilder macht, wie man sieht.

 Aber es geht hier nicht um die Qualität, sondern um das Motiv: mysteriöse Kringel im Eismeer südöstlich von Grönland. Ob hier der Malmstrom am Werk war, die Transpolardrift, der Grönlandstrom,  Mikroorganismen ihre Schwarm-Intelligenz austoben oder der Grönländische Aktionskünstler Asuleerpoq Eqqumiitsuliortoq (*) über 20 Jahre lang Millionen von Eisschollen mit seinem Kanu metergenau positioniert hat, um auf den schwindenden Lebensbereich der Eisbären aufmerksam zu machen, konnte ich aus 11km Höhe nicht ausmachen. Was mich bei der Betrachtung aber nachdenklich machte, war die Erkenntnis, dass Erhabenheit, Schönheit, Ästhetik keine menschliche Erfindungen sind, sondern durchaus vollendet ausserhalb von Ateliers und Galerien vorkommen. Sogar da, wo normalerweise keiner hinschaut.

* Ich danke den Betreibern von Oqaaserpassualeriffik für ihr Online Wörterbuch.