Reviere

Früher, in diesen alten IC-Zügen der Bahn, als es im Bahnhof noch Pipiverbot gab, hatten die Kloschüsseln diese Klappen, die auf Knopfdruck nach unten aufschwangen und das frisch von einem Gegebene auf dem unter der Öffnung vorbei zischenden Gleisbett – nun – verklappte. Der Knopf war ein mit Gummi verkleideter Knubbel auf dem Boden, „Reviere“ weiterlesen

Warum ist immer ein Arzt an Bord? Aber nie ein Bademeister.

Über Ärzte, Bademeister und Notfallmedizin im Flugzeug

Früher waren Bademeister schmerbäuchige gealterte Gigolos, deren Aufgabe hauptsächlich daraus zu bestehen schien, am Becken entlang stolzierend den Mädchen auf den Hintern zu glotzen und die Rabauken im Nichtschwimmerbecken anzubrüllen. Sie konnten schon deshalb niemanden retten, der außer Reichweite ihres Bambusstängelchens in Seenot geriet, weil ihre Goldkettchen als das Gegenteil von Auftriebshilfe auch für zwei gereicht hätten. Heutzutage wachen smarte Sportstudenten beiderlei Geschlechts aufmerksam über die Schwimmerschar, können bei Fragen freundlich Hilfestellung leisten und sind ausgebildete Lebensretter. Würden sie noch Getränke servieren, wären sie die Flugbegleiter der öffentlichen Badeanstalten.
Obwohl – haben Sie schon einmal gesehen, dass im Schwimmbad jemand mit etwas größerem als einem Heftpflaster erstversorgt werden musste? Ich nicht. Und ich war früher oft schwimmen. Noch öfter war ich allerdings mit dem Flugzeug unterwegs. Und da habe ich schon einige Male erlebt, dass Passagiere und Crew ernsthaft medizinische Hilfe benötigten. „Warum ist immer ein Arzt an Bord? Aber nie ein Bademeister.“ weiterlesen

Wieviel ist genug?

Wann hat ein Flugzeug ausreichend Tiger im Tank und wieso haben manche das nicht?

In der Formel 1 hat kann die Boxenstopp-Strategie den Sieg bringen oder kosten. Bei diesen engen Rennen macht es schon einen Unterschied ob man ein paar Liter Benzin mehr oder weniger mitnimmt. Bestenfalls gewinnt man die entscheidenden Sekunden weil der Wagen etwas leichter ist als der der Konkurrenz, schlimmstenfalls lässt man im Kiesbett ausrollen. Sicher, Sebastian Vettel wird bestimmt nicht fröhlich I‘m walking pfeifend mit dem Kanister in der Hand zur Boxengasse spazieren und ein wenig Sprit abholen. Deutlich gravierender wäre aber ein leerer Tank im Flugzeug. „Wieviel ist genug?“ weiterlesen

Dicke Luft

Wieso man im Flugzeug auch ohne Maske atmen kann und was es mit TCP auf sich hat

Es wird Winter. Vor zwei Wochen habe ich die Heizung wieder eingeschaltet, denn Wollsocken sind gemütlich, mit der Fließjacke beim Frühstück zu sitzen nicht. Dabei sind da draussen immerhin noch 8° Celsius. Plus. Ausserhalb einen Flugzeugs herrschen dagegen mit minus 55° Celsius wirklich eisige Verhältnisse.

Steampunk

Früher, in der guten alten Zeit der Doppeldecker reichte bei den damals üblichen Flughöhen (immer unterhalb der Wolken, im Zweifel so niedrig, dass man Strassenschilder lesen konnte und bei Regen gar nicht) noch eine gut gefütterte Lederjacke und eine Mütze. Heute muss schon eine ordentliche Heizung her. „Dicke Luft“ weiterlesen

Da ist ein Loch!

Parties finden nicht immer an der nächsten Autobahnraststätte statt. Das ist auch gut so, sonst wäre es schwierig zu Fuß nach Hause zu laufen ohne in die Nachrichten zu kommen. Dafür muss man bisweilen kilometerweit übers Land fahren, um zu der Wandererhütte oder dem Kleingartenvereinsheim zu gelangen. Und nicht immer stellt man nach 10 Minuten Feldweg fest, dass man lieber doch noch nicht links abgebogen wäre, 1,3km nur eine ungefähre Streckenangabe war, und man auch auf der schlimmsten Ansammlung von Schlaglöchern nicht 10 Minuten für 150m braucht. Schlaglöcher, das sind diese Dinger, die man immer so spät sieht, dass man gerade nicht mehr ausweichen kann. Sie überfordern regelmäßig die Federung von für die Straße gebauten Fahrzeugen, und es fühlt sich kurzzeitig so an, als stürze das Auto ins Nichts, bevor es abrupt wieder nach oben geht. „Da ist ein Loch!“ weiterlesen