Antwort an M.

Richtige Fragen. Antwort nicht erwünscht.
Richtige Fragen. Antwort nicht erwünscht.

Mancher Chemmie verzweifelt ob der Mauer des Schweigens der Macher und Mächtigen, fragt sich, „warum leugnen Politiker, Wissenschaftler, Piloten, Meteorologen, Militärs Chemtrails“. M. postet in einer offenen Facebookgruppe: „Ich krieg nicht mal zuverlässige Info WAS wird gesprüht, WER tut es und WOZU soll es dienen/dient es?“

Nun, liebe Chemmies, liebe M., das sind im Ansatz schon die richtigen Fragen. Sie zeigen aber deutlich das Dilemma eurer Situation. Denn die Antworten sind da draußen und sie liegen auf der Hand. Aber ihr wollt sie nicht hören, wollt (oder könnt) die Informationen nicht lesen, nicht wahrhaben, nicht glauben.

Stattdessen verharrt ihr in eurer Abhängigkeit von einigen Wortführern, die euch ihre Thesen immer wieder  vorkauen, lasst euch manipulieren und für dumm verkaufen. Ihr glaubt lieber, dass ein  Wolkenstreifen Teil einer absurd großen Verschwörung des zwanzigsten Jahrhunderts ist, als ein Naturspektakel, dass es schon so lange gibt wie die Erde, das physikalischen Gesetzen gehorcht und schon dokumentiert wurde, als es nicht mal Flugzeuge gab, die Chemtrails hätten ausbringen können.

Ihr glaubt Menschen, die heute behaupten, die öffentlich-rechtlichen Medien würden nichts als Lügen verbreiten und euch morgen Mitschnitte aus einer ZDF-Sendung als angeblichen Beweis präsentieren. Ich meine die Bublath-Sendung über Geoengineering, deren Einzelbeiträge zumeist im Konjunktiv gehalten sind und an deren Ende gesagt wird, dass alles gesehene umstritten, zu unsicher, zu gefährlich, zu teuer ist und deshalb nicht angewandt wird. Der neuste Coup ist die abgefilmte Galileo-Sendung über Hagelflieger, die wieder als angeblicher Beweis für Solar Radiation Management herhalten soll, obwohl selbst in Eurer Szene allgemein bekannt sein sollte, dass das zwei völlig unterschiedliche Dinge und Wirkprinzipien sind. Und selbst die Hagelfliegerei hat sich – vorsichtig ausgedrückt – nicht bewährt und ist – deutlich gesprochen – Scharlatanerie. Aber auch das wollt ihr nicht hören.

Was also sollen Piloten, Politiker, Meteorologen, Wissenschaftler und Militärs sagen? Man kann nicht leugnen was es nicht gibt.

Niemand würde im Ernst leugnen wollen, dass es Überlegungen, Simulationen, Versuche zu Geoengineering gibt und gegeben hat. Sie sind gut dokumentiert und offen zugänglich. Niemand leugnet, dass Flugzeugabgase mit zur Erderwärmung beitragen, CO2 in die Atmosphäre bringen, zur Wolkenbildung beitragen (Kondensstreifen und rekondensiertes Wasser aus Abgasen). Natürlich ist das ein Problem, das angegangen werden muss. Aber das ist jedes Auto, jeder Traktor und jede Kuh auf der Wiese ebenso. Wir verschmutzen unsere Umwelt, vernichten oder privatisieren Ressourcen (Wald, Wasser, Bodenschätze). Aber bisher war niemand so dämlich, irgendwelche Chemikalien in einer Höhe in die Atmosphäre zu bringen, in der sie sich völlig unvorhersagbar bewegen und verhalten würden.

Glaubt nur, was ihr seht. Seht nur, was ihr glaubt.
Glaubt nur, was ihr seht. Seht nur, was ihr glaubt.

Die angeblichen Beweisphotos zeigen unter anderem Löschflugzeuge, die ihre Ladung dicht über den Baumwipfeln abwerfen, damit sie nicht vom Wind weggeweht wird, Passagierflugzeuge, die wegen einer Luftnotlage Treibstoff ablassen müssen, um für eine Notlandung nicht zu schwer zu sein (das kostet die Fluggesellschaft zehntausende Euro). Es werden Bilder von Wolken oder Kondensstreifen im Sonnenuntergang gezeigt und ihr orangefarbenes Leuchten als von chemischen Verbindungen verursacht dargestellt. Das ist schlichtweg gelogen, denn (ich sage es noch einmal) der Effekt der Lichtbrechung und Wolkenfärbung ist ein physikalischer und färbt Wolken schon seit jeher bunt ein.

Erinnert ihr euch an Eyjafjöllajökull, den Vulkan, der 2010 ausgebrochen ist. Die Asche reiste bis ans Mittelmeer, bis nach Russland, sorgte wegen der Gefahr für den Flugverkehr für ein wochenlanges Flugverbot. Die Aschepartikel waren so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen waren. Glaubt ihr, die Nanopartikel, die angeblich ausgebracht werden, wären sichtbar? Was glaubt ihr, was sichtbare Metallsplitter anrichten würden?

Jedes Jahr aufs neue regnet bei uns Sand aus den Wolken. Sandstürme in der Sahara transportieren ihn in hohe Luftschichten. Er treibt tausende Kilometer mit dem Wind, bevor er in unseren kühleren Breiten soweit herunter sinkt, dass er in Regenwolken gefangen und zu Boden gebracht wird. Die Sandkörner können wir auf unseren Autodächern sehen. Wie weit würden wohl Nanopartikel schweben? Und würden sie jemals wieder herunter kommen?

Die Welt ist voller Wunder. Die Welt ist voller Schrecken. Es gibt Entwicklungen, wirtschaftssystematische, politische, die ohne Zweifel bedenklich sind (aber definitiv nicht von einer Geheimregierung à la NWO gesteuert – das würdet ihr entweder nicht mitbekommen oder nicht überleben). Warum richtet ihr Eure Augen nicht darauf, engagiert euch für ehrliche Politik, für eine Wirtschaft, die dem Gemeinwohl nützt, sondern glaubt die Hirngespinste von ein paar Chemtrailisten, faschistoid-esoterischen Hasspredigern, die euch ihren Chembuster-Firlefanz, Bücher, Videos, Seminare verkaufen wollen, euch in paranoide Ängste treiben und schließlich in die Hände von Quacksalbern und meist rechtsradiklen Umstürzlern?

Ihr seid Opfer der gleichen Methoden wie Salafisten, Nationalsozialisten und jeder andere Sammeltopf der sich ewig zu kurz gekommen Fühlenden. Abschottung, Selbstaffirmation, Realitätsverleugnung, Radikalisierung. Ihr bezeichnet Ungläubige als Schlafschafe, beleidigt, diffamiert, zensiert, verfälscht, mobbt, ruft zu Gewalttaten auf. Alles auf Anweisung eurer Rädelsführer. Dabei seid ihr es, die die Augen fest verschlossen halten.

Denn was ihr nicht sehen wollt ist: Niemand braucht Chemtrails. Nicht zur Geburtenkontrolle – das geht über die Wasserversorgung besser planbar, billiger, zuverlässiger. Nicht zum Geoengineering – das funktioniert mit den bis heute ausgedachten Methoden nicht. Nicht zur Kriegsführung – WK2, Irak, Afghanistan, Syrien zeigen, dass es prima ohne geht. Nicht zur Gedankenkontrolle – das erledigen eure Facebook-Gruppen sehr effektiv.

Nebenbei. Eine der Gruppen heißt „aktiv gegen Chemtrails“. Aber das einzige, das ihr tut, ist herumjammern, wie schrecklich alles ist, anstatt zumindest einmal einen Beweis zu bringen, dass es die von euch behaupteten Chemikalien in den Kondensstreifen wirklich gibt. Man kann entweder den Messwerten vertrauen, die schon seit Jahren (unter anderem von Verkehrsflugzeugen) gemessen und veröffentlicht werden (mit dem Ergebnis, dass da außer normalen Abgasspuren nichts ist – was wiederum nicht sein darf, weil es nicht in euer vorgefasstes Weltbild passt) oder selbst messen. Das ist einfach und billig. Man muss es nur tun. User, die das vorgeschlagen und vorangetrieben haben, wurden aus euren Gruppen geworfen und geblockt. Denn eines fürchtet ihr noch mehr als Chemtrails: die Gewissheit, dass es keine gibt.

Wacht auf!

Schubert

Autor: Schubert

blickt schon aus beruflichen Gründen aus einer ungewöhnlichen Perspektive und mit einer gewissen Distanz auf die vorbei ziehende Welt.

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