Was denn jetzt?

Die Frage wird langsam, ob ich mich als Schriftsteller sehe, dessen Nebenbeschäftigung gerade ziemlich viel Raum einnimmt, aber sehr gute Erträge abwirft, oder als Vollzeit-Trainer mit einsamem Hobby.

Utopie/Teufelskreis

Über Zukunftsvisionen, Realitäten und Grundeinkommen

Als ich ein Kind war, gab es diese eine große Vision der Zukunft: Automaten, Maschinen erledigten die Arbeit, während die Menschen Zeit und Muße hätten, schönen Dingen nachzugehen. Je nach Neigung wären Kunst, Musik, Wissenschaft, Reisen, Konsum entspannte Hauptbeschäftigung gut gekleideter, gebildeter, schöner Menschen, die je nach Visionär in großzügigen Eigenheimen oder gigantischen Arkologien lebten. Notwendige Arbeiten würden von denen erledigt, die sich dazu berufen fühlten, die ihre Arbeit zu einer Kunstform erhoben, oder einfach eine Bestimmung brauchten, die sie selbst ihrem Leben nicht geben könnten. Geld wäre kein Faktor. Es gäbe so viel davon, dass es gänzlich unwichtig wäre, sein Fluss am ehesten eine Bedarfsmessung für die Produktion.  „Utopie/Teufelskreis“ weiterlesen

Berlin, leer

Leere ist ja immer relativ. Das merkt man spätestens dann, wenn in einer Stadt voller Menschen, einer Bar, einem voll besetzten Stadion  ein einziger, ganz bestimmter Mensch fehlt. Natürlich bietet das auch Möglichleiten. Raum für einen Spaziergang mit The Smiths, zum Beispiel, am Landwehrkanal entlang. Vom Zoologoschen Garten aus nach Osten. Soweit die Playlist reicht. In meinem Fall bis Kreuzberg.

Ich weiß nicht, ob es Morrisseys Stimme ist, die Texte, Johnny Marr’s Gitarrenspiel, das Wintergrau des Himmels, die Abwesenheit ungefähr aller Berliner (Adventsonntag, 12:30, da hat man anders zu tun), jedenfalls war das ein besonderer Trip. Vor zwanzig Jahren hätte unbedingt noch eine Runde über einen Friedhof dazugehört. Aber inzwischen „Berlin, leer“ weiterlesen

Reviere

Früher, in diesen alten IC-Zügen der Bahn, als es im Bahnhof noch Pipiverbot gab, hatten die Kloschüsseln diese Klappen, die auf Knopfdruck nach unten aufschwangen und das frisch von einem Gegebene auf dem unter der Öffnung vorbei zischenden Gleisbett – nun – verklappte. Der Knopf war ein mit Gummi verkleideter Knubbel auf dem Boden, „Reviere“ weiterlesen

Wien, Netzneuträlität und der Seehofer

Da stapfe ich also durch das herbstliche Wien. Im Stadtpark liegen Blätterhaufen auf den Gehwegen. Vorhergesagt warend 14° und ein Mix aus Sonne und Wolken. Das mit den Wolken stimmt, die Temperatur beträgt höchstens 10°, und der Wind zwingt die Schultern hoch.

Überall ist Zerfall, Verwitterung. In Paris würde man es Patina nennen. Hier weht der morbide Hauch des Untergangs Thomas-Bernhard-Zitate durch meinen Neokortex. „Wien, Netzneuträlität und der Seehofer“ weiterlesen

Island – Der ganze Rest

Island, der ganze Rest.

Ich will nicht lange mit großartigen Reisebeschreibungen rumlangweilen. Ihr wollt Bilder sehen. Bitte.

Erstmal noch ein paar Wasserfälle (als ob das nicht schon genug gewesen wären). „Island – Der ganze Rest“ weiterlesen

Antwort an M.

Richtige Fragen. Antwort nicht erwünscht.
Richtige Fragen. Antwort nicht erwünscht.

Mancher Chemmie verzweifelt ob der Mauer des Schweigens der Macher und Mächtigen, fragt sich, „warum leugnen Politiker, Wissenschaftler, Piloten, Meteorologen, Militärs Chemtrails“. M. postet in einer offenen Facebookgruppe: „Ich krieg nicht mal zuverlässige Info WAS wird gesprüht, WER tut es und WOZU soll es dienen/dient es?“

Nun, liebe Chemmies, liebe M., das sind im Ansatz schon die richtigen Fragen. Sie zeigen aber deutlich das Dilemma eurer Situation. Denn die Antworten sind da draußen und sie liegen auf der Hand. Aber ihr wollt sie nicht hören, wollt (oder könnt) die Informationen nicht lesen, nicht wahrhaben, nicht glauben. „Antwort an M.“ weiterlesen

Wasserfall, Eis und Fjorde

Tag 6

Der Swartifoss ist zwar nicht gerade einer der größten Wasserfälle Islands – schon aus wenigen hundert Metern Entfernung wirkt er eher unscheinbar – doch die Kante aus Basaltstelen, die ihn ziert, macht ih zu einem der begehrteren Fotoobjekte. Da muss man sich als Normaltourist schon mal hinten anstellen. Vor allem, wenn die „Profis“ die Absperrung mal wieder nur als ungefähren Hinweis ansehen. „Wasserfall, Eis und Fjorde“ weiterlesen

Wasserfälle und Vulkane

Tag 4

Nach dem im Nachhinein betrachtet besten Frühstück der Reise (Frisch gebackenes Brot, Selbstgemachte Marmelade, Obst, Gemüse und Aufschnitt frisch aufgelegt) fahren wir durch das Farmland nach Südost zur Ringstraße. Der folgen wir bis zur 261, auf die wir abbiegen. Es geht kilometerweit an einem Steilhang entlang, aus dem hunderte Wasserfälle austreten.

Einer der schönsten davon ist der Gluggafoss, kurz bevor die Straße zur Schotterpiste wird. Wir fahren weiter. Wollen einen Blick auf den Eyjafjöllajökull werfen, vielleicht, je nachdem wie wir durchkommen, bis zu einer der auf der Karte verzeichneten Furten vor Thörsmörk fahren. Der Vulkan, den viele hier als größtes Verkehrshindernis 2010 kennen, versteckt sich in Wolken. „Wasserfälle und Vulkane“ weiterlesen

Das dampfende Tal

Tag 3

dampfende Solfatare im Reykjadalur
Vorsicht Heiß!

Hveragerdi liegt eine knappe Autostunde östlich von Reykjavik. Nach der Fahrt hat man fast alles gesehen, was Island ausmacht. Geothermiekraftwerke, dampfende Erde, Lavafelder, Wiesen, Schafe, schmale Bachläufe, die ihr Bett tief in den weichen Untergrund gefräst haben. Es fehlen eigentlich nur noch Gletscher und Bilderbuchvulkane. Wir fahren durch Hveragerdi nach Norden, bis zum Parkplatz, an dem der Wanderweg nach Reykjadalur beginnt. Das Wetter: Nieselregen bei 7°. Nach einer Stunde, einigen dampfenden Solfataren und einem Wasserfall (wir werden noch hunderte sehen und ich werde nicht jeden einzelnen erwähnen) erreichen wir das dampfende Tal. Und eine Freiluft-Warmbadeanstalt. Eintritt frei. Den Flussabschnitt mit der passenden Wassertemperatur wählen und rein! „Das dampfende Tal“ weiterlesen